Der Hinduismus ist nach dem Christentum und dem Islam mit 900 Millionen Gläubigen, die Hindus genannt werden, die drittgrößte Weltreligion. Seinen Ursprung hat der Hinduismus in Indien. Dieser Glaube besteht aus einem Gemisch von unterschiedlichen Lehren, Götterwelten, Ritualen und heiligen Schriften. Aus diesem Grund gibt es im Hinduismus kein allgemein gültiges Glaubensbekenntnis oder eine zentrale Institution. Gelehrt werden die einzelnen Lehren von sogenannten Gurus. Eins haben die Anhänger jedoch gemeinsam - sie alle glauben an die Reinkarnation, die Wiedergeburt von Menschen und Tieren. Das heißt, das Götter, Menschen und Tiere nach dem Glaubensvorstellungen der Hindus in einem beständigen Kreislauf durch eine immerwährende Wiedergeburt das Weltzeitalter durchwandern. In jedem einzelnen Lebensabschnitt sammelt das betreffende Wesen Karma an, dass je nach eigenem Verhalten zu gut oder böse tendiert. Diese Ausrichtung des Karmas beeinflusst die nächste Reinkarnation. Auf Grund der Reinkarnation und der gewaltfreien Lehre sind viele Hindus Vegetarier. Besonder die Kuh ist den Indern heilig. Diese Verehrung wird den Veden verdankt, denn immer wieder taucht dort das Bild der Kuh als göttliches Wesen auf. Schon vor mehr als viertausend Jahren hatten diese Tiere einen hohen Stellenwert.

In einer traditionellen Familie ist der Vater das allgemeine Oberhaupt und trifft wichtige Entscheidungen, wie Hochzeiten oder Geldangelegenheiten. Frauen hingegen haben die wertvolle Hauptaufgabe für den Nachwuchs zu sorgen. Dabei gilt es auch heute noch so viele Söhne wie möglich zu gebären. Zwar sind Mädchen nicht weniger wert, können aber später nicht das Überleben der Familie sichern, und müssen sogar mit einer teuren Mitgift ausgestattet werden. Der Grund dafür ist, dass die Mädchen nach ihrer Vermählung zu ihrem zukünftigen Ehemann ziehen. Lediglich unverheiratete Töchter bleiben zu Hause wohnen. Die Söhne hingegen bleiben stets im Elternhaus wohnen und können somit Sicherheit und Überleben garantieren. Auch in der heutigen Zeit werden die Ehepartner häufig von den Eltern ausgewählt. Dabei spielt der Status, die Bildung und die Mitgift eine bedeutende Rolle. Im Grunde leben die Hindus nach einem einfachen Modell. Nach der Schule gründen sie eine eigene Familie, ziehen ihre Kinder groß und widmen sich im Alter, wenn die Versorgung gewährleistet ist, intensiv den religösen Lehren.